Ghana Reisebericht 2020

Ghana Reisebericht 2020

Gegen 21.00 Uhr abends sind wir in Accra gelandet. Die Hitze betrug zu dieser Abendzeit immer noch 34 °. Tagsüber klettert sie dann weiter nach oben. Wir wurden von Ottilie und Ebenezer abgeholt und fuhren dann noch gut 4 Stunden über teilweise total schlechte Straßen bis zu unserem Zielort Nyakrom, wo wir bei Ottilie Ross wieder sehr gut untergebracht waren und bewirtet wurden.

Unser erster Tag war natürlich der 1 km lange Fußweg zur Schule, die ja am Beginn des Buschlandes gebaut ist. Wir wurden von den Kindern Lehrern und dem ganzen Personal herzlich begrüßt. Es war für uns fast wie ein Heimkommen, da wir einige Lehrer, Köchinnen und Kinder von den letzten Besuchen her gut kannten. 

Dann stand ein Termin in Accra an bei Pastor Bernard Sachie. Der Kontakt wurde uns vermittelt von der Stuttgarter Organisation über die wir auch unsere zwei FSJ Jungs Simon und Lukas vermittelt bekamen. Wir wurden von Pastor Bernard sehr herzlich empfangen. Er sagte uns Unterstützung zu und will unsere Schule, sowie die Berufsschule von Ottilie besuchen. Außerdem konnte er uns noch an ein Krankenhaus vermitteln, in dem zur Zeit Ärzte sind, die kostenfrei operieren. Das Krankenhaus wurde von uns dann am kommenden Tag mit Anita, dem Mädchen, das operiert werden sollte und deren Eltern aufgesucht.

Es wurde ein Schulpaten-Treffen bei Ottilie Ross im Garten geplant, wo die Kinder mit ihren Müttern oder einem Familienmitglied eingeladen wurden. Wir haben jetzt 50 Schulpaten-kinder. Aber da der Weg für die Farmerfamilien zu weit zu Ottilie Ross ist, wurden die Familien im Busch von uns besucht. Das ist auch für uns immer ein Erlebnis. Die Kinder, manche gerade mal 3 Jahre alt, laufen morgens den Pfad bis zur Buschroad, oft 3 km und werden dann vom Schulbus abgeholt. Abends dasselbe, Aussteigen und zur Hütte zurücklaufen. Aber die Kinder sind fröhlich dabei und die Familien sehr dankbar. Oft wurden uns Bananen oder Kokosnüsse mitgegeben. Heute sind die Eltern der Schulpaten bei Ottilie im Garten eingeladen. Die Kinder kamen von der Schule dazu. Es wurde den Eltern nochmal gesagt, wie wichtig der Schulbesuch für ein Kind ist und dass sich nur so die Lebenssituation zum Guten verändern kann. Manchmal ist auf einer Farm viel Arbeit und man möchte das Kind lieber ein paar Tage als Hilfe mit auf die Felder nehmen, als zur Schule schicken und das soll verhindert werden. Ich habe die Anwesenden von allen Schulpaten aus Deutschland herzlich gegrüßt und auch nochmal auf die Schulpflicht hingewiesen. Jede Mutter/ Familienangehöriger ist aufgestanden und hat sich herzlich für die Unterstützung bedankt.

Wir wollen heute wieder zur Schule gehen und mit den Kindern einen kreativen Unterricht mit Simon und Lukas gestalten. Jede Schulbank bekam einen Teller mit Perlen, wo sich die Kinder eine Kette einfädeln konnten. Aber es blieb nicht bei der Halskette. Eine Kette für den Arm, eine Kette für den Finger und für den Fuß musste her. Die Freude bei den Kindern und auch bei uns war riesengroß. Zum Glück hatten wir genügend Material aus Deutschland mitgebracht. 

Es ist eine ganz große Bereicherung, dass die beiden Volontäre Lukas und Simon an der Schule sind. Jeder hat einen vollen Lehrauftrag, den sie mit großer Motivation und Freude ausfüllen, auch sehr zur Begeisterung der Schulkinder. Man möchte gar nicht dran denken, dass sie im Juli wieder zurück nach Deutschland gehen. Bei unserem Aufenthalt wurde die Schule innen verputzt. Es zieht sich da alles etwas in die Länge. Nicht immer waren die Arbeiter da oder einfach nur zwei statt sechs. Aber inzwischen ist das Werk beendet und man kann mit dem Streichen der Schule innen und außen beginnen Die Stadt Heilbronn fördert Projekte im Ausland, die zur Stadt Heilbronn eine Beziehung haben. Wir haben einen Förderantrag gestellt und von der Stadt den großen Betrag von 3.000 € erhalten, die Schule innen und außen zu streichen. Das ist für unseren doch kleinen Verein ein beachtlicher Betrag, für den wir und das ganze Ghana Team sehr dankbar sind Unsere Zeit neigt sich dem Ende zu. Nochmal wollen wir zur Schule gehen, Bonbons verteilen und uns verabschieden. Die Kinder und Lehrer haben uns überrascht mit einem ghanaischen Tanz, begleitet mit Trommeln und wunderschönen Gesängen. Der Abschied ist uns nicht leicht gefallen und alle hoffen, dass wir nächstes Jahr wieder kommen. 

Mit einem guten Gefühl treten wir unsere Heimreise an. Die Schule wird gut geführt von dem Leitungsteam Ottilie, Michael und Ebenezer. Wir haben kleine Schulklassen mit höchstens 20 Kindern. In staatlichen Schulen sind bis zu 50 Kinder in einer Klasse und der Unterricht ist dort nicht kinderbezogen ausgerichtet. Wir müssen eine Lösung finden um unseren guten Lehrkräften das geringe Gehalt etwas aufzustocken, damit sie uns erhalten bleiben. Ich hoffe, dass ich Sie etwas informieren konnte über unser Schulprojekt in Ghana. Wenn Sie noch Fragen haben, möchte ich Ihnen gerne noch mehr berichten. 

Herzliche Grüße auch vom Ghana Team Marianne Kußmaul

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